Donnerstag, 8. November 2012

NEU Kuriositäten Teil 4 - Schule und Uni

Update: Ich habe den Text etwas verändert und ein paar Sachen neu dazugeschrieben, da Kati und ich heute mit koreanischen Freunden gesprochen haben und nochmal ein paar Sachen erfahren haben, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

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Je länger ich hier bin, desto mehr lerne ich über das Land und die Kultur. Inzwischen sehe ich es nicht mehr nur als Tourist, sondern auch von einer anderen Perspektive...
Heute berichte ich über das Schulsystem und die Universitäten.

Man beginnt in der Elementary School. Die geht von 7-12 Jahren. Danach folgt die Middle School (13-15) und zu guter letzt noch die High School. Bis zur Middle School kann man es mal so stehen lassen. Erst beim Abschluss der High School und dem Übergang zur Uni wird es spannend!
In Deutschland hat man eigentlich nur einen Versuch das Abitur zu machen, hier in Korea ist es nicht unüblich, dass man die Abschlussprüfung mehrmals schreibt, bis man einen guten Schnitt erreicht hat. Ein Limit der Versuche gibt es glaube ich nicht. D. h. wenn man Medizin studieren will, versucht man den High School Abschluss so lange, bis man den nötigen Notenschnitt hat. Ein guter High School Abschluss garantiert aber noch gar nichts!
Um an einer Uni zu studieren, gibt es einen Test der auch gleichzeitig das koreanische Abitur ist. Der war ganz zufällig heute ;-) Dieser Test ist unglaublich wichtig und wird in ganz Korea geschrieben. Das Ergebnis entscheidet an welcher Uni man studieren darf. Damit die Schüler sich voll und ganz auf den Test konzentrieren können, wurde z. B. hier in Seoul der Flugverkehr lahmgelegt, für die zwei Stunden die der Hörverstehenteil dauert! Um das nochmal klar zu machen: Am internationalen Flughafen Incheon und am kleineren Gimpo-Flughafen starten und landen keine Flugzeuge, denn das könnte ja die Schüler ablenken und den Test beeinflussen!!! Seit heute weiß ich, nicht nur in Seoul sondern in ganz Korea stand der Flug- und auch Bahnverkehr von 13-15 Uhr still! Dieser Unitest ist auch so wichtig, dass die Eltern der Schüler mit an die Schule kommen und vor dem Gebäude beten (eher die Buddhisten), dass die Kinder ein gutes Resultat erzielen!
Die jüngeren Schüler stehen auch am Eingang der Schule und wünschen Glück für den Test, rufen irgendwelche Sprüche und motivieren einfach. Das folgende Bild war heute in der Zeitung.
Ist der Schüler an dem Tag spät dran, stehen an den Metrostationen Mopeds bereit, die die Schüler zum Test bringen. Alternativ, wenn man zu spät dran ist, kann man auch die Polizei anrufen, denn die hat an dem Tag den Auftrag die Schüler zum Test zu fahren so dass sie rechtzeitig da sind. In Deutschland kaum vorstellbar :-)
Erzielt man jedoch ein gutes Resultat, garantiert das immer noch nichts, denn die Unis haben teilweise noch ihre eigenen Aufnahmetests! Man kann den Test seiner Wunschuniversität auch vorab schreiben. Man bewirbt sich quasi direkt für eine Fakultät/Fachbereich. Wenn man den besteht, brauch man nicht mehr zwingend den allgemeinen Einstufungstest zu schreiben.
Uns wurde auch gesagt, dass wenn jetzt im November die Ergebnisse rauskommen, die Selbstmordrate wieder steigen wird, da manche Schüler denken, sie hätten versagt und keine guten Zukunfsaussichten mehr! Eine koreanische Freundin meinte heute, das stimmt. Korea hat weltweit auch die höchste Selbstmordrate, denn Bildung ist hier alles! Und der Druck enorm. Der kommt nicht mal zwingend von den Eltern, sondern eher von der Schule und anderen Bildungseinrichtungen. Wenn die Eltern genügend Geld haben, werden die Kinder bzw. das eine Kind an eine ausländische Uni, meist USA, geschickt, da der Druck dort nicht ganz so hoch ist wie hier. 
Der Test besteht aus Koreanisch, Mathe und Hörverstehen. Der koreanische Teil (also Text lesen, verstehen, etc.) ist wohl teilweise extrem schwer. Es gab wohl einen Schüler der in dem koreanischen Teil so schlecht war, dass er danach aufs Dach der Schule ist und gesprungen ist! Unglaublich! Das ist jetzt kein Witz, aber der Test entscheidet auch wirklich über die berufliche Zukunft, denn die Universität beeinflusst den Beruf! Soviel zu dem Druck den Schülern in Deutschland ausgesetzt sind, im Vergleich zu hier ist das ein Witz!
Hanyang University
Wenn man hier in Korea nicht auf einer Uni war, wird man teilweise gar nicht als Mensch angesehen. Es haben z. B. auch etwa 70% der Servicekräfte (Mensaangestellte, Putzfrauen) einen Collegeabschluss! Es stellt sich natürlich die Frage, warum die mit einem Collegeabschluss eher "niedrige" Berufe haben. Tja ganz einfach: Hier in Korea hängt alles im Beruf davon ab, an welcher Uni man war! Studiert man nicht an einer der Top 5 Universitäten in Korea kann man eine große berufliche Karriere vergessen.
Samsung ist DAS Unternehmen hier in Korea und es ist selbstverständlich, dass sie nur Mitarbeiter einstellen, die an einer der Top 5 Unis studiert haben. Egal was man studiert, es kommt nur auf das "wo" an! Deswegen sind die Uni-Rankings hier in Korea so unglaublich wichtig. Es gibt ein allgemeines Ranking, dann für spezielle Fachgebiete und und und. Aber wenn man nicht an einer der Top 5 Unis war, wird es schon schwer bis unmöglich später mal etwas zu erreichen. Die Seoul National University ist eigentlich immer auf Platz eins, gefolt von der Yonsei University und Korea University. Das sind die Top 3 Unis in Korea, wo natürlich auch jeder hin möchte. Hanyang kommt, wie ich heute erfahren habe, auf Platz fünf etwa.

Montag, 5. November 2012

Trick Eye Musem

Sonntag Nachmittag war ich außerdem noch mit Tobi und Marvin im "Trick eye museum". Das war richtig cool und echt lustig. Hier die Bilder dazu. Damit erklärt sich auch, was denn genau das "Trick eye museum" ist. Ich hoffe euch macht das Bilder anschauen genauso viel Spaß, wie mir das Bilder machen ;-)












Yoido Full Gospel Church

Heute  morgen habe ich es endlich mal auf die Reihe gebracht und bin ich die Kirche gegangen. Nicht nur in irgendeine, sondern in die Yoido Full Gospel Church. Das ist die größte Kirche weltweit mit über 1.000.000 Millionen Mitgliedern und es war auch wirklich riesig dort!


Bei meiner Ankunft wurde ich gleich in den Bereich für Ausländer gebracht und dort hingesetzt. Mit Kopfhörern und englischer Simultanübersetzung konnte es dann losgehen. Es gab einen riesigen Chor, ein Orchester und gefühlte tausend betagte Helfer in weißen Jackets die alles geregelt und beobachtet haben. Da alles, auch die (wenigen) Lieder, auf koreanisch waren, habe ich mich mehr als Zuschauer gefühlt. Ich glaube, oder zumindest hoffe ich das, dass bei der Übersetzung ein bisschen was von der Predigt verloren gegangen ist, denn sonst wäre es sehr lasch gewesen. Vergleichbar war der Gottesdienst eher mit einem "normalen" Gottesdienst in Deutschland, vom Musikstil (war sehr klassisch und ich glaube ich habe ein deutsches Lied erkannt halt mir koreanischem Text) und vom Altersdurchschnitt der Leute. Der war nämlich tendenziell eher über 50. Ich habe nur sehr wenige junge Leute gesehen! Neben mir saßen zwei Asiaten (ich denke Koreaner) die bestimmt beide über 65 waren. Der nette Mann neben mir ist dann auch zwischendurch mal eingeschlafen :-) Es gab außerdem noch ein Abendmahl. Ich nehme mal an da waren ein paar tausend Leute im Gottesdienst und es war echt beeindruckent wie perfekt das ablief, aber auch trotzdem wie unpersönlich es war und irgendwie eine Massenabfertigung. Für Ausländer gab es nach dem Gottesdienst auch noch eine Infoveranstaltung, da bin ich allerdings nicht mehr hin. Was mich auch eher überrascht hat, war dass die Koreaner nach dem Gottesdienst alle sofort gegangen sind, da gab es, für mich zumindest nicht ersichtlich, kein Austausch untereinander oder Gespräche der Besucher.





















Wie ihr denke ich raushört, hält sich meine Begeisterung in Grenzen weil vor allem für mich dabei inhaltlich auch nicht viel rauskam und ich von dem was ich jetzt gesehen habe nicht einschätzen kann ob der Fokus von denen stimmt. Aber ich glaube hier in Korea ist das einfach anders, da kommen vielleicht doch wieder einige kulturelle Unterschiede raus, wobei das ja eigentlich keine Rolle spielen sollte, wenn man das gleiche glaubt. Ein koreanischer Bekannter hat mir jetzt noch eine Kirche gezeigt, die englischen Gottesdienst hat und ich denke die werde ich dann auch noch besuchen und dort hoffentlich mehr mitnehmen können.

Donnerstag, 1. November 2012

Seoul bei Nacht...

... sieht schon mega schön aus! 

Blick nach osten
Heute abend war ich nämlich mit Kathrina und Simon, zwei anderen Austauschstudenten, auf dem 63 Building. Das ist ein kleiner Wolkenkrazer auf der Insel Yeoido, mit einem wunderschönen Ausblick auf den Han river hier in Seoul. Da uns leider ein paar Wolken die Sicht auf den Sonnenuntergang verdeckt haben, mussten wir uns "nur" mit Seoul bei Nacht zufrieden geben. Auf dem Aussichtsstockwerk war außerdem noch eine Kunstausstellung. Aber wie ihr unten dann noch auf den Bildern seht, haben uns andere Sachen mehr begeistert!
Inzwischen ist außerdem Halbzeit, oder sogar schon ein bisschen mehr, und ich muss sagen, die Zeit rast vorbei! Ich würde sagen jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um ein bisschen zu reflektieren: Auch wenn ich am Anfang unsicher und skeptisch war, und manche von euch glaube ich noch skeptischer waren als ich, was Seoul oder Korea allgemein betrifft, so kann ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass es eine der besten Entscheidungen war, genau hierher und an die Hanyang University zu kommen. Die Freunde die ich hier gefunden habe (ohne die es wohl nicht annähernd so gut wäre!), die Erfahrungen die ich mache und jeder einzelne Tag lassen mich so viel erleben, was daheim gar nicht möglich wäre. Heute habe ich mich auch schon bei dem Gedanken ertappt, wie es wird wenn ich wieder heim fliegen muss, dass es wohl komisch sein wird, mich nach meiner Rückkehr wieder an Deutschland zu gewöhnen (unter anderem, dass ich nicht mehr einfach über Leute reden kann, ohne dass sie mich verstehen) und dass ich Seoul wirklich vermissen werde! Ich hätte das nie vorher erwartet, aber mir gefällt es hier unglaublich gut auch wenn die Kultur und Mentalität ziemlich unterschiedlich zur deutschen sind! Ich warte ja noch immer auf den Kulturschock, wahrscheinlich trifft er mich auch noch im unerwartetsten Moment, aber bis dahin genieße ich einfach und versuche so viel wie möglich mitzunehmen. So, genug der Sentimentalität ;-) Hier ein paar nette Bilder:
Kunstausstellung

63 Building

Blick nach westen
Blick nach Norden, im Hintergrund der Seoul Tower
Kathrina und Simon
Bis zum nächsten Blogeintrag :-)

Montag, 29. Oktober 2012

Seoul im Herbst

Das letzte Wochenende war auch wieder eines, dass richtig cool war und definitiv in Erinnerung bleibt. Auch wenn ich euch alle mega vermisse, genieße ich es doch hier zu sein, weil ich einfach so viele Sachen erlebe.

Was am Wochenende so passiert ist... hier die Kurzfassung:
Donnerstag: Bar
Freitag: Club in Hongdae und dort bis halb sechs morgens abgetanzt :-)
Samstag: (tagsüber) schlafen und abends mit koreanischen Freunden wieder in eine Bar, diesmal Itaewon
Sonntag: wandern im wunderschön bunten Seoul

Tja, als Student lebt es sich schon ganz gut ;-)

Hier ein paar Bilder :) Viel Spaß beim anschauen und unten geht es dann weiter.


Da war dann halt ein Tiger im Park
 

Das sieht eigentlich so gar nicht nach Seoul aus

wir verrückten Ladies
 
 
ein großer Steinhaufen

ich vorm Baum
hier verdecken wir die Leute hinter uns oder spinnen... wie mans nimmt


Der Sonntag war echt schön, da setze ich auch an. Wer mehr über die Bars und Clubs hier wissen möchte, darf mich persönlich fragen ;-)
Wir sind entlang der teilweise noch erhaltenen Stadtmauer spaziert/gewandert. Das war echt eine schöne Strecke und mit den bunten Blättern sah es echt mega schön aus. Wir waren dann drei Stunden unterwegs. Dann ging es wieder in die Stadt rein, weil wir eigentlich noch das "blaue Haus" anschauen wollten. Leider steht das, wie wir dann rausgefunden haben, auf dem Regierungsgelände wo auch der Präsidentenpalast ist. Wir haben dann auch gleich einen Anschiss, von einem der 100 Sicherheitsleute die dort rumgelaufen sind, bekommen, dass man nicht fotografieren darf, nur an ausgewiesenen Stellen. Passiert... aber wir leben ja noch und sind noch keine Staatsfeinde. Durch Zufall haben wir dann den Start vom "We run Seoul"-Lauf gesehen. Kristina und ich wollten eigentlich die 10km mitlaufen, nur haben wir das Anmeldedatum verpasst und der Lauf mit 30.000 Leuten war auch wohl nach einer Stunde voll. Dann haben wir halt zugeschaut und die Koreaner fotografiert.


 Das war echt ein toller Tag und ein noch besseres Wochenende! Danke an Kati und Kristina :-)

Dienstag, 23. Oktober 2012

Mid-terms, Party in Gangnam, Volleyballturnier, Handy verloren!

Ich weiß, ich habe schon lange nichts mehr geschrieben... Deswegen hoffe ich dass ihr jetzt viel Zeit mitgebracht habt, denn dieser Eintrag ist etwas länger! Ich habe es versucht nach Themen zu unterteilen :-)

Zwischenprüfungen (mid-terms)
Ich hatte zwei Prüfungen. Also war mein Lernaufwand auch dementsprechend gering. Ich habe gelernt, so ist es nicht, aber weit weniger wie es in Deutschland der Fall gewesen wäre.
Ich hatte in International Business eine Klausur die aus 93 Multiplechoice Fragen bestand. Man könnte ja meinen "hui das ist ja ganz schön viel", aber weit gefehlt. Der Inhalt der Fragen war auf 16 Powerpointfolien zusammengefasst, also fast zu wenig für 93 Fragen. Das war ja dann so einfach. Ich kam mir fast verarscht vor als ich die Kreuzchen gemacht hab! Es waren 1,5 Stunden angesetzt und ich war nach 40 Minuten fertig. Heute hab ich das Ergebnis bekommen und es ist alles richtig *freu*
Dann die zweite Klausur in Global Investment and Finance war auch nicht wirklich anspruchsvoll. Der Prof hat uns einen Fragenkatalog mit 20 Fragen zusammengestellt und uns als "Lernhilfe" die Woche davor gegeben. Es kamen zehn der zwanzig Fragen dran! Auch da war ich nach 45 Minuten durch!
Ich will mich ja echt nicht beschweren... Deswegen: Jippi, voll cool ich hab alle mid-terms bestanden :D Hoffentlich wird die Abschlussprüfung in allen Fächern dann auch so!
Ich möchte noch anmerken, dass das Niveau der Kurse hier sehr unterschiedlich ist! Die zwei Kurse waren jetzt echt einfach, aber Marketing und Law was ich dann am Ende noch zusätzlich schreiben werde, ist denke ich schwerer. Auch was die anderen von ihren Kursen erzählen ist ganz unterschiedlich. Kati hat z. B. zwei richtig schwierige Kurse. Andere aber auch so lasche wie es die zwei jetzt waren.

Feierei und gute Laune in Gangnam
Ich war vor einiger Zeit ja auf dem Konzert von Psy, dem koreanischen Superstar. Er hat ja das Lied "Gangnam Style" mit dem er inzwischen in Deutschland auch auf Platz 1 ist. Zur Erklärung: Gangnam ist ein Stadtteil von Seoul der gerade ziemlich populär ist. Es ist eher teuer, man sieht an jeder Ecke Schönheitkliniken, in der Metro die Werbung dafür und die entsprechenden Leute mit den entsprechend gemachten und operiertem Aussehen vor den Werbeplakaten. In diesem Zug merke ich an, dass die Koreaner gerne mal was machen lassen. Ich weiß von koreanischen Freunden, dass es ganz beliebt ist, sich Brüste, Nase und Augen (sodass sie wie westliche Leute ein Schlupflied bekommen) machen zu lassen. In Gangnam gibt es außerdem die teurern Läden wie Gucci, Louis Vuitton usw. Das ist also Gangnam. Und genau da war ich feiern. Wir waren im dem Ellui Club, dem "finest venue ever" :-)
So sagen sie zumindest. Es war zwar im Vergleich zu anderen Vierteln teurer, aber die Musik war echt cool. Wir Internationals aus meinem Haus waren fast alle dort. Was dann auch ganz nett anzusehen war, waren die durchtrainierten, männlichen Barkeeper die irgendwann oben ohne vor dem DJ-Pult standen, getanzt und Feuer gespuckt haben. Das hat schon was hergemacht :D Hat dort echt Spaß gemacht und wir waren dann um viere oder so zuhause. Genau richtig um jede Menge Schlaf zu bekommen, damit wir am nächsten Tag frisch und munter zumVolleyball starten konnten.... ich hoffe die Ironie war deutlich genug! ;-)

Volleyballturnier
SOOOO müde waren wir!!!!
Kati und ich spielen hier ja im Volleyballteam mit. Am Donnerstag hatten wir Training, am Freitag ein Freundschaftsspiel gegen eine andere Uni und am Samstag und Sonntag ein Turnier. Gestern, am Montag, tat mir alles weh!!!! Ich bin so fertig. Gestern morgen habe ich erstmal die Vorlesung sausen lassen, weil ich sooooooooo mega müde war:

Aber alles von Anfang an:
Am Samstag hieß es, ist ein Turnier an der SNU (Seoul National University). Wir haben uns gefreut, dass wir endlich mal mitspielen konnten. Bevor es losging haben wir noch einen fetten Stempel auf den Arm bekommen, dass wir auch spielberechtigt sind.
Spielerstempel
Das erste Spiel lief recht gut und wir haben gewonnen. 
Während der Mittagspause kam dann der offizielle Teil: Alle Mannschaften sind mit Schild einmarschiert in die Halle und haben sich aufgestellt. Dann gab es Reden von wichtigen Leuten, die ich halt ned verstanden hab... an was das wohl lag.... Dann musste sowas wie ein Eid geschworen werden, dass man fair spielt usw., wie bei der Olympiade halt. Dann gab es noch eine Tombola, aber ich hab leider nix gewonnen. Nach insgesamt vier Stunden Pause hatten wir das zweite Spiel. Das lief schon nicht mehr so gut. Die Stellerin kann einfach noch nicht so gut spielen und wir haben viele Eigenfehler gemacht. Außerdem hatten Kati und ich irgendwann den Punkt wo wir einfach so mies und deprimiert drauf waren. Der Grund war: Das Spiel lief nicht, also hat der Coach eine Auszeit genommen und ein paar Anweisungen gegeben. Eine der Anweisungen war, dass die Stellerin nur noch über die Mitte spielen sollte. D. h. Kati und ich würden keinen Ball mehr bekommen. Das konnten wir dann sogar ohne koreanisch Kenntnisse verstehen! So war es dann auch. Und es war einfach nur scheiße! Wir spielen besser als alle anderen und dann das. Wir waren richtig angepisst und haben das danach auch gesagt. Dann haben wir mit dem Coach geredet und dann kam erstmal raus, dass ich ja auch Stellen könnte, das wusste er bis dahin noch gar nicht... Dann wars geklärt, aber unsere Laune war trotzdem noch am Tiefpunkt. Zuhause saßen wir dann erstmal noch im Community mit den anderen Internationals und haben Soju getrunken und unser Leid geklagt... doofe kulturellen Unterschiede :-)
Wider erwarten kamen wir Dank der super Punktdifferenz, trotz dem einen verlorenen Spiel, weiter. Besonders begeistert waren wir erstmal nicht, dass wir jetzt Sonntag auch nochmal spielen sollten auch wegen dem Tiefpunkt am Samstag, aber ok, Volleyball macht mir ja Spaß und Kati auch. Sonntagmorgen haben wir uns dann aus dem Bett gequält und mit ein paar Liedern gepushed und gute Stimmung gemacht. Hat dann auch recht gut funktioniert und das erste Spiel ging los. Es war zwar immer recht knapp aber wir haben gewonnen. Ich habe endlich wieder Stellen dürfen und dann lief es echt gut, weil wir mit den zwei Japanerinnen und Kati echt gute Angreifer hatten. Wir haben uns gefreut wie die Schneeköniginnen als wir gewonnen haben und waren im Halbfinale. Unsere Gegnerinnen mussten dann leider heulen, weil wir sie rausgekickt hatten aus dem Turnier. Das Halbfinale am Nachmittag war auch echt gut und das Volleyball spielen hat mega Spaß gemacht, auch trotz der verrückten Regeln ;)
Wir standen dann plötzlich doch tatsächlich im Finale. Ich glaube damit hatte keiner von uns gerechnet. Das Team war halt auch nur so stark weil Kati und ich noch mit dabei waren. Zwei Japanerinnen sind auch noch echt gut, aber die Koreanerinnen können halt nicht wirklich viel. Wir vier "Internationals" haben halt das Spiel gemacht und es lief. Ich hatte jede Menge Spaß dabei. Hier ein paar Bilder:

Die Trikots waren zwar von den Herren....

... machen aber trotzdem einiges her...

... ich will auch eins mit meinem Namen!

Naja, leider hat es dann nicht mehr für den Sieg gereicht. Aber wir sind stolz Zweiter geworden (auch wenn manche aus dem Team halt doch heulen mussten.... oh man!) Wir haben einen Pokal und 200.000 Won gewonnen (etwa 140€).


Mein cooles koreanisches Volleyballteam, mit den Herren als Chearleadern ;)
Auch wenn das Wochenende mega anstrengend mit Höhen und Tiefen war, kann ich echt sagen, dass es wirklich eins der BESTEN Wochenenden hier in Seoul bisher war! Von fast-tränen bis zu einem Kicheranfall auf dem Hallenboden war echt alles dabei. Es ging zwar hoch und runter von der Stimmung aber ich hab mich am Sonntag beim Spiel richtig wohl gefühlt, es hat unglaublich viel Spaß gemacht und es lässt sich in Worten kaum beschreiben wir mega-hammer-super-deluxe es war!
Mit dem Preisgeld sind wir dann Essen gegangen und da fing dann mein persönliches Drama/Alptraum an....

Handy verloren!
Wir waren essen, da hatte ich es noch. Wir sind mit dem Taxi heim gefahren, da glaube ich, dass ich es auch noch hatte, aber dann zuhause nicht mehr! Ich war schier am durchdrehen und es ist echt schlimm für mich, dass ich mein Handy tatsächlich verloren habe. Nicht nur um das Geld, dass es noch Wert war, sondern weil ich halt inzwischen echt abhängig bin. Es ist mein Wecker, Terminkalender, Aufgabenspeicher, da sind alle möglichen Listen drauf und Bilder. Und ohne Handy geht halt gar nichts mehr. Ich merke es ja jetzt.... total komisch, nicht einfach mehr kurz im Whatsapp schreiben zu können, oder die Emails checken... Ich bin halt ein Kind des 21. Jahrhunderts, ohne geht echt nicht mehr! Ich weiß echt nicht wie das vor 15 Jahren ging... naja, da konnte man sich wenigstens drauf einstellen, weniger Kontakt zu haben. Ich habe zwar im Restaurant und im Lost and Found vom Taxiunternehmen nachgefragt, aber es ist weg. Scheiße! Also erstmal Simkarte gesperrt (zum Glück war Nette online die mir geholfen hat) und mich bei Tim ausgeheult. Das war echt schimm für mich in dem Moment. Aber am nächsten Morgen konnte ich dann gleich bei O2 eine neue Simkarte ordern, die jetzt hoffentlich schon auf dem Weg nach Seoul ist, und die Mutter von einem anderen Deutschen hier, die am Freitag herfliegt, bringt mir das Handy mit, dass ich mir dann gleich wieder gekauft habe. Leute ich sag euch: Passt bloß auf, dass ihr es nicht verliert! Das ist nämlich echt scheiße!!!! Aber wenn alles so klappt wie ich das plane, bin ich ab nächster Woche irgendwann wieder mobil ;-)